StartTatortreinigung
Leistung
Tatortreinigung und Leichenfundortreinigung
Fachgerechte Reinigung, Desinfektion und Dekontamination nach Todesfällen, Suiziden, Unfällen und Gewaltverbrechen. Durchführung nach Infektionsschutzgesetz, Biostoffverordnung und TRBA 250, bundesweit.
Kurz erklärt
Tatortreinigung ist die fachlich kontrollierte Beseitigung biologischer Kontamination aus Räumen, Bodenaufbauten und Einrichtung. Sie umfasst Gefährdungsbeurteilung, Vordesinfektion, Entwesung, Rückbau belasteter Bausubstanz, Hauptdesinfektion, Geruchsbeseitigung und Erfolgskontrolle. Das Ziel ist nicht ein optisch sauberer Raum, sondern ein Zustand, der gesundheitlich unbedenklich ist und sich belegen lässt.
Wann die Arbeit beginnt
Ein Fundort bleibt unberührt, bis Polizei oder Staatsanwaltschaft ihn freigeben. Bis dahin ist jede Reinigung unzulässig, auch wenn Angehörige verständlicherweise wollen, dass der Zustand endet. Erst nach der Freigabe übernimmt der Fachbetrieb.
Ab diesem Moment zählt Zeit. Körperflüssigkeit dringt weiter in den Bodenaufbau ein, Gerüche verteilen sich über Türspalten, Steigleitungen und Lüftungsschächte im ganzen Haus, Insektenbefall entwickelt sich in Tagesschritten. Ein früher Start reduziert Rückbauumfang und Kosten spürbar.
Warum hier kein Reinigungsdienst weiterhilft
Blut und Körperflüssigkeiten sind biologische Arbeitsstoffe im Sinne der Biostoffverordnung. Relevant sind unter anderem Hepatitis B, Hepatitis C und HIV, bei fortgeschrittener Verwesung kommen fäulnisassoziierte Keime und Bioaerosole hinzu. Die Tätigkeit erfordert eine dokumentierte Gefährdungsbeurteilung nach der Biostoffverordnung, eine Zuordnung zur passenden Schutzstufe und vollständige persönliche Schutzausrüstung.
Zuerst mechanisch reinigen, dann desinfizieren. Dadurch werden Keime über Lappen, Schuhe und Werkzeug in saubere Bereiche verschleppt. Fachlich richtig ist die umgekehrte Reihenfolge: erst Vordesinfektion, dann mechanische Arbeit, dann Hauptdesinfektion.
Der Ablauf im Detail
1. Gefährdungsbeurteilung
Begehung, Einstufung der Belastung, Festlegung von Schutzstufe, Schutzausrüstung und Trennung der Arbeitsbereiche.
2. Vordesinfektion
Der Arbeitsbereich wird vom Rest der Wohnung getrennt, danach folgt eine flächendeckende Erstdesinfektion.
3. Entwesung
Bei Befall Bekämpfung von Fliegen, Maden und Puppen vor jeder mechanischen Arbeit, sonst verteilt sich der Befall im Haus.
4. Rückbau und Reinigung
Entfernung aller Rückstände. Belasteter Teppich, Laminat, Parkett, Estrich, Dämmung, Sockelleisten und Holz werden zurückgebaut.
5. Hauptdesinfektion
Scheuer- und Wischdesinfektion nach vorgegebener Konzentration und Einwirkzeit auf allen Flächen im Wirkungsbereich.
6. Kaltvernebelung und Kontrolle
ULV Verfahren für schwer zugängliche Bereiche, danach Sicht- und Geruchsprüfung.
Der unterschätzte Punkt ist die Eindringtiefe
Was an der Oberfläche sichtbar ist, ist selten das ganze Ausmaß. Körperflüssigkeit folgt der Schwerkraft und der Kapillarwirkung. Sie läuft durch Fugen zwischen Dielen, zieht unter Laminat und Vinyl, sammelt sich in der Trittschalldämmung, dringt in Zementestrich ein und erreicht bei längerer Liegezeit die Rohdecke. In Altbauten mit Holzbalkendecken kann sie bis in den Deckenbereich der darunterliegenden Wohnung gelangen.
Ein Beispiel: Schlafzimmer, vier Wochen Liegezeit
Auf dem Teppich sah es nach einem begrenzten Fleck aus. Nach dem Entfernen des Belags zeigte sich, dass die Flüssigkeit tief in den Estrich gezogen war. Der belastete Teil wurde herausgeschnitten, der Untergrund behandelt und der Raum abschließend kalt vernebelt.



Ein zweites Beispiel: Dielenboden im Altbau
Bei Holzdielen läuft Flüssigkeit durch die Fugen in die Schüttung darunter. Von oben ist davon kaum etwas zu sehen. Erst nach dem Öffnen der Dielen zeigt sich, wie weit sie sich verteilt hat.



Deshalb wird im Zweifel geöffnet und geprüft, statt geschätzt. Ein Bodenaufbau, der nur oberflächlich behandelt wird, riecht nach wenigen warmen Tagen wieder. Die Nacharbeit kostet dann mehr als der richtige Rückbau beim ersten Mal.
Geruch lässt sich nicht überdecken
Verwesungsgeruch entsteht durch Abbauprodukte wie Cadaverin, Putrescin, Buttersäure, Indol, Skatol und schwefelhaltige Verbindungen. Die Geruchsschwelle dieser Stoffe liegt extrem niedrig. Das erklärt, warum ein Raum optisch einwandfrei sein kann und trotzdem unbewohnbar riecht.
Wirksam ist nur eine Reihenfolge: Quelle vollständig entfernen, desinfizieren, anschließend Restgeruch über Kaltvernebelung chemisch binden und abbauen, bei stark saugender Substanz zusätzlich versiegeln. Duftstoffe, Ozongeräte als alleinige Maßnahme oder wochenlanges Lüften lösen das Problem nicht, sie verschieben es.
Kontrolle und Dokumentation am Ende
Ein Ergebnis, das niemand prüfen kann, ist keine Leistung. Zur Abnahme gehören Sichtprüfung, Geruchsprüfung und auf Wunsch eine ATP-Messung zur Bewertung der organischen Restverschmutzung.
Auf Wunsch stellen wir einen schriftlichen Desinfektionsnachweis aus und dokumentieren den Zustand vor, während und nach dem Einsatz fotografisch. Das wird regelmäßig von Versicherungen, Hausverwaltungen und Vermietern verlangt.
Für Angehörige
Niemand muss den Fundort betreten oder ansehen. Wenn Erinnerungsstücke, Dokumente, Schmuck oder Fotos gesichert werden sollen, besprechen wir das vorher. Diese Gegenstände werden, soweit fachlich vertretbar, gereinigt, desinfiziert und separat übergeben. Was nicht sicher aufbereitet werden kann, wird gezeigt und nicht stillschweigend entsorgt.
Telefon 0171 499 0760 · WhatsApp · boris@tatortreiniger-sofort.de